Die Kraft der Kundalini Meditation und wie du sie entfesselst
von Lis Mitterrutzner in Praxis

Die Kundalini Meditation ist eine Art Entschleierung, ein Ablegen von Schichten, eine Ent-täuschung. Es geht darum herauszufinden, wer du bist, und wer du eben nicht bist.
Hier schreibt unsere Lehrerin Lis, wie dir das gelingen kann...

Yogi Bhajan meinte mal,

„Meditation is the cleansing of the mind so that mind can tell you who you are“.

Also: Meditation ist die Reinigung des Geistes, damit der Geist dir sagen kann, wer du bist.  

Wer du bist, um nichts weniger geht es in der Kundalini Meditation. Und vor allem eben auch, wer du nicht bist, von dem du all die Zeit angenommen hast, dass du es seist.

Meditation als eine Art Entschleierung, ein Ablegen von Schichten, eine Ent-täuschung. Ein klarer Sehen. Ein klarer Sein. -" Indem du deinen Geist reinigst, wird deine Seele durchscheinen", fügte Yogi Bhajan andernorts noch hinzu. So weit, so vielversprechend, nur wie passiert das?

Der Atem in der Kundalini Meditation

Die Kundalini Meditationen sind ein ausgeklügelter Prozess. Man mag diesen Prozess magisch oder auch hoch-wissenschaftlich nennen. Die alten Yogis wussten genau, was sie da taten, wir „belegen“ es heute mit Gehirnscans und finden: ja, es funktioniert.

Da wäre einmal PRANAYAMA, das wir frei übersetzen können als „Energiemanagement“. (Hier gibt es bei uns einen Pranayama-Kurs dazu).

Prana als Lebensenergie und der Atem als Träger derselben, wird bewusst wahrgenommen und geführt, ausgedehnt. Was in einem dualen Kontrollsystem wie dem Atem ganz wunderbar funktioniert: Als Teil des autonomen Nervensystems muss ich mich nicht um ihn kümmern, damit er läuft.

Über das willkürliche Nervensystem kann ich ihn aber regulieren und damit auf mein Nervensystem einwirken – vom aufgeregten Sympathikus in den entspannten Parasympathikus wechseln, zum Beispiel.

Dem fortwährend Gedanken-produzierenden Geist kann ich so gut mit Atem begegnen.

Etwa mit einer einfachen Atemtechnik, bei der durch bewusste Atemführung die durchschnittliche Atemfrequenz von fünfzehn Atemzügen pro Minute auf vier oder weniger reduziert wird, wodurch das Nervensystem in besagten parasympathischen Modus schaltet, sich dadurch die Körperwahrnehmung erhöht und die Gedankenwelt klärt.

Ein Zustand von mehr Da-sein, mehr Präsenz stellt sich ein. Einen rasenden, unkontrollierbaren Gedankenstrom beizubehalten, gelingt hier kaum noch.

Oder aber der Atem wird auf ganz andere Weise eingesetzt: Regelmäßig, schnell, den Nabel pumpend, um zu erhitzen, zu reinigen und zu entgiften, wie im Falle des Feueratems, der wichtigsten Atemform im Kundalini Yoga.  Atemmeditationen gibt es im Kundalini Yoga unzählige, mit solch verheißungsvollen Namen wie Four Stroke Breath to Build Intuition oder Restraining Compulsive Eating oder Clearing the Subconscious halten sie tatsächlich, was sie versprechen.

Mudra & Mantra

Besonders intensiv wird die Meditation auch dank der Kombination mit Mudras - Handpositionen durch die Energiekreisläufe im Körper geschlossen oder bestimmte Areale im Gehirn stimuliert werden. In seiner einfachsten Form etwa durch das in allen Yogastilen verbreitete Pranam Mudra: mit den Händen aneinander gelegt, die Daumen am Brustbein, verbinden sich linke und rechte Hemisphäre, negativer und positiver Pol, was vorher überwog, findet Balance - der Vagusnerv wird sanft stimuliert, es öffnet sich dieser neutrale Ort. In dir.

Und du sitzt da und bist dir plötzlich ein Stückchen näher – noch bevor du mit der eigentlichen Meditation begonnen hast. In der möchtest du dich nämlich vielleicht einem ganz konkreten Anliegen stellen, was in der Kundalini Mediation möglich ist: Sie ist sehr spezifisch ausgerichtet.

Die powervollsten Kundalini Mantras

Du hast das Gefühl, du steckst gerade total fest in deinem Leben? Übe Breath of Fire with Lion‘s Paws, einer sehr energetisierenden Meditation, in der die Hände zu Krallen gespannt und rhythmisch über dem Kopf gekreuzt werden – natürlich mit Feuratem, d.h. das kann ganz schön wild werden. Du wirst merken:

Kein Stein bleibt auf dem anderen, du hast plötzlich die Kraft, die Themen anzugehen, die nötig sind. Oder aber, dein Nervenkleid ist dünn wie Seidenpapier? Übe die Meditation for Strong Nerves, eine beruhigende Meditation mit unterschiedlichem Mudra an der rechten und linken Hand und dein Nervenkleid wird zu einem wohlig dicken Wintermantel.

Sollte der Gedankenlärm beide, Atem und Mudra übertönen, leg ein Mantra mit rein.

Mantras sind rhythmisch wiederholte Silben, verbunden mit einer klaren Intention, die gesungen, gesprochen, geflüstert oder auch nur gehört, mental rezitiert werden.

Und hier, Vorsicht, besteht Suchtgefahr. Kundalini Mantren sind nämlich mit das Wunderbarste, das du deiner Seele schenken kannst.

Singst du selbst, kommt jede Zelle in dir zum Schwingen (Klang ist nun mal Schwingung) und es entsteht, was die Yogis Naad nennen: Ein Klangstrom, der deinem Herzen und deiner Seele entspringt. Klang ist eine Form von Energie, die wir nutzen und leiten können, wie unseren Atem.

Denkst du hingegen das Mantra nur, ist dein Köpfchen gerade beschäftigt genug, um nicht mehr die automatisierten Gedankenschleifen zu drehen, die, lange genug unbeaufsichtigt, in uns Unruhe, Angstzustände und Nervosität auslösen können. Mantras wirken auf Körper, Geist und Seele: Herzschlag und Blutdruck verringern sich erwiesenermaßen, die Gedanken werden aus ihren unproduktiven Ketten befreit und in dir wird es stiller – damit du zwischendurch auch deine Seele hören kannst.

Und um die geht es schließlich, deine Seele, dein wahres Selbst, dein „Sat Nam“.

Und dann gibt es im Kundalini Yoga noch Celestial Communication, die Verbindung von Mantra, Mudra, Musik und intuitiver Bewegung, die als Sprache deines Körper aus dir heraus entsteht.

Und da wird Kundalini Meditation dann wirklich zauberhaft. Aber am besten du glaubst nichts von dem, was du gerade gelesen hast und probierst es selbst aus – mit unseren Kundalini Meditation Videos oder live bei einem von meinen Workshops oder Retreats. Die findest du alle aktuell auf meiner facebookseite.  

Das Wichtigste ist, dass du dran bleibst. Denk an Yogi Bhajan:

Meditation is your first habit. Every human should meditate to keep the mind clean. Meditation is nothing but cleansing the mind through a process.

Also: "Meditation ist deine erste Gewohnheit. Jeder Mensch sollte meditieren, um den Geist sauber zu halten. Meditation ist nichts anderes, als den Geist durch einen Prozess zu reinigen. “

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Erfolg und Ekstase bei deinen Kundalini Meditationen und dass diese kraftvollen Einheiten, dich in deinem Prozess bestmöglichst unterstützen werden.

Liebe Grüße,

Lis

 

Wenn du jetzt Lust bekommen hast, eine Kundalini Meditation mit Lis auszuprobieren, dann kannst du das mit diesem kostenlosen Video tun. (...oder natürlich Mitglied werden und noch viele weitere Videos anschauen ;) So oder so, viel Freude dabei!

Om Mani Padme Hum - Juwel in der Lotusblüte

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Mantra & Mudra
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Übersetzt bedeutet es so viel wie:

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Ong Namo Gurudev Namo
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Lis Mitterrutzner

Liebt Kundalini Meditation und Elefanten

Kommentare

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Brigitte

Vielen Dank! Wie genau heißen die Mantren. Wenn ich sie mal lesen würde, könnte ich sie besser sprechen. Ich meine jetzt die Meditation für Veränderung.
Liebe Grüße

Verfasst am 06.02.2020 um 16:48

Lis

Liebe Brigitte,
Bei der Meditation für Veränderung ist kein Mantra dabei - vielleicht meinst du das bei der Dankbarkeitsmeditation? Das ist das ANG SANG WAHE GURU Mantra

Verfasst am 10.02.2020 um 12:15

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