Mit Ayurveda gesund durch den Sommer
von Rita Longin in Gesundheit

Der Sommer ist im Ayurveda Pitta-Zeit. Deshalb geht es jetzt darum, welche Nahrungsmittel uns am besten runterkühlen und wie wir generell entpannt der Hitze begegnen können. Außerdem zeige ich dir hier die sommerlich angenehmsten Yogastile aus ayurvedischer Sicht.

Der Sommer ist für die meisten von uns eine unbeschwerte und leichte Zeit. Sonne, Licht, Zeit im Freien und Urlaub prägen unsere Tage.

Aus ayurvedischer Sicht ist im Sommer natürlicherweise das Pitta-Dosha besonders stark vorherrschend. Pitta entspricht im Ayurveda dem Feuer-Dosha. Im Frühsommer von Mai bis Juni beschert uns das ansteigende Pitta warme Sonnentage und spendet uns Licht, Wärme und Energie. Je intensiver die Sonne im fortschreitenden Sommer von Juli bis August wird, desto mehr ist das Klima geprägt von Hitze und Trockenheit.

Hast du von Natur aus mehr Pitta in deiner Konstitution oder hat sich bei dir pittrige Feuerenergie angesammelt, empfindest du den Sommer wahrscheinlich durchaus als anstrengend. Mit ein paar Ayurveda-Tipps kannst du die Sommerzeit trotzdem in vollen Zügen genießen.

Ist in der Natur ein Dosha stark vorhanden, hat es die Tendenz sich auch in uns anzusammeln. Daher haben wir im Sommer den Hang, zu viel der Pita-Energie anzuhäufen. Durch zuviel Pitta zeigen sich Symptome wie Hitze, Schwitzen, brennendes Gefühl im Körper (z.B. brennende Füße, Sodbrennen), Magenschmerzen, Entzündungen oder Reizbarkeit.

So kannst du dein Pitta im Sommer in Balance halten

Bevor wir tiefer einsteigen, hier kurz im Überblick:

So kannst du Pitta reduzieren

Mehr:

  • Grünes Gemüse (z. B. Zucchini)
  • Bitteres Gemüse (z. B. Artischocke)
  • Frische Kräuter
  • Süße Früchte
  • Kühlende Fette (Ghee, Kokosöl)

Weniger:

  • Saure Lebensmittel (z. B. Tomaten)
  • Scharfe Lebensmittel (Chili, Pfeffer)
  • Salz

Um Pitta in Balance zu halten, eignen sich im Sommer vornehmlich kühlende und befeuchtende Maßnahmen. In der Ernährung sind dies leichte, saftige und basische Nahrungsmittel wie grünes Gemüse (Zucchini, Brokkoli, grüne Bohnen, Spinat). Auch bittere Gemüsesorten wie z.B. die Artischocke sind wunderbar.

Überdies sollten in deinen ayurvedischem Speisen frische Kräuter wie Oregano, Thymian, Rosmarin, Petersilie und Dill reichlich in deinen Speisen eingesetzt werden. Sie würzen natürlich dein Essen und geben ihm Geschmack, enthalten jedoch v.a. wichtige Bitterstoffe und unterstützen deine Verdauung. Der frische Koriander ist zwar nicht jedermanns Sache, doch das am besten pitta-ausgleichende Kraut.

Interessanterweise liefert uns die Natur immer saisonal die besten Nahrungsmittel, um in Balance zu bleiben. So sind süße Früchte (Pfirsiche, Marillen/Aprikosen, Nektarinen, Kirschen) im Sommer ideal. Rohes Obst sollte im Ayurveda immer getrennt von anderen Speisen konsumiert werden, v.a. wenn du zu Verdauungsbeschwerden neigst. So sind frische Früchte eine ideale Zwischenmahlzeit an einem heißen Sommertag. Du kannst die Sommerfrüchte aber auch als lauwarmes Kompott, entweder zum Frühstück oder zwischendurch genießen.

Der Ayurveda spricht jedem Nahrungsmittel eine thermische Wirkung zu. Im Sommer empfiehlt es sich, vermehrt auf Lebensmittel zurückzugreifen, die auf unseren Körper und Geist kühlend wirken. Wie z. B. ein erfrischender Wassermelone-Minze-Saft (Rezept siehe unten).

Als kühlende Fette, die ja auch wichtig in der Ernährung sind und auch als Geschmackträger unser Essen lecker machen, zählen beispielsweise Ghee, das ayurvedische Butterschmalz oder Kokosöl. Beide sollten in der ayurvedischen Sommerküche als Kochfette keinesfalls fehlen.

Nahrungsmittel werden im Ayurveda auch nach ihrem Geschmack eingeteilt. Hier sollten wir im Sommer den scharfen, sauren und salzigen Geschmack vermeiden und in geringeren Mengen konsumieren. Dies bedeutet Zurückhaltung bei scharfen Gewürzen wie Chili und Pfeffer, aber auch nicht übermäßig viele saure Tomaten und zu viel Salz zu konsumieren.

Rezept: Wassermelonen-Minze-Saft

Die Wassermelone ist die Frucht des Sommers. Sie besteht zu über 90% aus Wasser. Dieser Wassermelonen-Minze-Saft ist daher ein ideales Erfrischungsgetränk. Sowohl die Wassermelone, als auch Minze sind sehr gut, um Pitta zu senken bzw. in Balance zu halten.

Zutaten für 1 Person:

  • 1/4 Wassermelone
  • 1 Zweig Minze

Zubereitung:

Wassermelone und Minze zusammen pürieren. Genießen.

Ayurveda und Yoga im Sommer

Aus ayurvedischer Sicht sind dynamische Yogastile wie Vinyasa Flow, Ashtanga Yoga oder Bikram Yoga stark hitzeproduzierend. Am besten übst du diese Yogastile im Sommer weniger oder nur in den frühen Morgenstunden, um nicht zuviel Pitta anzusammeln.

Eine beruhigende, entspannungsfördernde Praxis ist im Sommer aus ayurvedischer Sicht besser geeignet. Dazu zählt ruhiger Hatha Yoga mit einer ausgedehnten Endentspannung (Savasana). Auch Yogastile wie Yin Yoga oder Restorative Yoga ergeben eine gute Yogapraxis im Sommer, vor allem abends.

Probiere es gleich aus: Mit diesem kühlenden Yoga-Video bei Pitta-Überschuss.

Yoga-Video: Bring Pitta in Balance - beruhigend & kühlend (33 Min.)

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Kühlende Atemübung: Sitali Pranayama

Eine gute Atemübung ist Sitali Pranayama. „Sita“ bedeutet im Sanskrit „kalt“. Dieses Pranayama wirkt kühlend auf den Körper und bringt obendrein innere Ruhe.

So geht's:

In einer aufrechten Sitzhaltung (entweder im Schneidersitz oder auf einem Stuhl) atme zunächst einmal für ein paar Atemzüge ganz entspannt. Um mit Sitali Pranayama zu beginnen, rolle deine Zunge ein, indem du beide Seiten zur Mitte bringst und strecke sie etwa zur Hälfte heraus. Atme durch den Mund ein.

Mit Ende der Einatmung bringe die Zunge wieder in den Mund, halte den Atem für einen kurzen Moment an und atme dann über die Nase aus. Für die nächste Einatmung rolle wieder die Zunge und strecke sie wieder heraus und beginne von vorne.

 

Ich wünsche dir viel Vergnügen beim Ausprobieren dieser Ayurveda-Tipps und einen sonnigen, entspannten Sommer!

Deine Rita Longin

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Rita Longin

Rita Longin ist dipl. Ayurveda-Wohlfühlpraktikerin, Ernährungswissenschafterin und Yogini. Nach vielen Jahren in der „klassischen“ Ernährungswissenschaft hat sie den Ayurveda für sich entdeckt. Rita liebt die Gesundheitsdefinition des Ayurveda: Gesund bist du, wenn du dich vollkommen wohl fühlst und in deiner Kraft bist – nicht nur in Abwesenheit von Krankheit. Sie gibt Kochkurse, Workshops und ayurvedische Anwendungen in und um Wien (Österreich) und bietet auch ayurvedische Online-Ernährungsberatung an. Mehr auf rita-ayurveda.at

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