Wie Du es schaffst, als Mutter weiter Yoga zu üben
von Dr. Julia Rakus in Inspiration und Praxis

Oft stelle ich mir als Mutter die Frage: Wie schaffe ich es, mir Raum für mich und meine Yoga-Praxis zu nehmen? Und was, wenn meine Praxis nicht mehr so wie vorher ist? Welche Antworten ich für mich gefunden habe, teile ich hier gern mit Dir.

Als Einstieg möchte ich mein Lebensmotto anbringen. Dieses lautet: 

Alles geht! Und wenn Du weißt, was Du willst, kannst Du es auch bekommen.

Als Mama von drei wundervollen Kindern kann ich nur sagen:  Es geht wirklich alles - aber natürlich nicht alles gleichzeitig. Tatsächlich ist es schön zu beobachten, wie sich die eigene Yogapraxis im Laufe der Zeit verändert.

Ich möchte Dir zunächst den Druck nehmen, weiterhin so Yoga zu üben, wie Du es vor Deinen Kindern gemacht hast. Deine Yoga-Praxis darf sich durch Schwangerschaft und Mutter-Sein entwickeln, mit ihnen wachsen und neue Formen annehmen. Das ist ein ganz natürlicher und wunderschöner Prozess. 

So bestand meine Praxis jahrelang aus vielen Stunden Asana-Praxis. Mit der Zeit kam ich - verbunden mit meinem Kinderwunsch - über Einzelunterricht zu langsameren Aspekten meiner Praxis. Diese brachten mich um einiges tiefer in die Yoga-Philosophie, als es eine Zwei-Stunden Asana-Praxis bis zu diesem Zeitpunkt konnte. Dennoch möchte ich hier feststellen: Es gibt für mich kein besser oder schlechter. Denn tatsächlich ist es die Schönheit im Yoga, aus der Vielzahl an Weisheiten und Übungen immer mehr kennenlernen zu dürfen.

Hier nehme ich Dich einmal mit und zeige dir, wie dieser Prozess für mich aussah. Weiter unten findest Du zudem meine Tipps, wie Du als Mutter mit Deiner Praxis in Verbindung bleibst.

Deine Yoga-Praxis darf sich mit Dir als Mutter entwickeln

Mit meiner ersten Schwangerschaft war ich eingeladen, ein wenig loszulassen, von dem, was ich war, und mich dem Kommenden zu öffnen - mit Körper & Geist. So veränderte schon die erste Schwangerschaft viel in meiner Praxis. Wieder zurückzufinden in den eigenen Körper und alles wieder neu spüren zu lernen, war eine besondere Erfahrung. Jede Beckenbodenkräftigung ist nährend für die Yogapraxis - nicht nur auf körperlicher Ebene.

Alles wieder neu spüren zu lernen, war eine besondere Erfahrung.

So kam ich nach einigen Monaten dahin, am liebsten mit meinem Sohn zuhause oder auch reisend auf der Matte gemeinsam zu üben. Das entfachte eine ganz neue Art der Praxis, diese geteilte Matte. Manchmal wurde ich auch von der Matte weg gebeten, da diverse Spielsachen darauf Platz suchten.

Meine zweite Schwangerschaft hat mich tatsächlich von Anfang an mehr zur Meditation, zum Kundalini-Yoga und zur sanften Praxis eingeladen. Ich empfand jegliche Berührung als unglaublich heilsam, für mein Baby und mich. Daher schenkte ich uns regelmäßige Nuad-Einheiten, also passive Yogapraxis. Die Geburt war noch viel selbstbestimmter und kraftvoller und mein zweiter Sohn ist voller Kraft geboren. Dieses Gefühl, sich zu öffnen und loszulassen, war mir nun ein bekanntes.

So bleibt es auch danach, in der Zeit im Wochenbett, die ich mir schenkte. Diesmal besuchte ich viele Workshops und traf Lehrer, die mich begleiteten und wieder zu einer sehr energetischen und auch körperlich intensiven Praxis führten. Während ich in dieser Praxis aufging, wurden nun auch Züge auf den Yogamatten aufgebaut und ich durfte Hund, Katze oder Handstand üben, wenn ich die lieben Kids dabei nicht beim Spielen störte.

Von Anfang an empfand ich die Verbindung von Mutter-Sein und Yoga als große Bereicherung und tatsächlich wuchs meine Praxis. Neben Mantras singen und diverse Instrumente dazu spielen, gab es auch Yin-Praxis oder eine Meditation, die das Einschlafritual für Monate oder Jahre begleitet. 

Die Verbindung von Mutter-Sein und Yoga ließ meine Praxis wachsen.

Zwei gesunde Kinder in diese Welt zu setzen ist ein unglaubliches Geschenk und dann erlebte ich es noch einmal. Meine dritte Schwangerschaft war ein Geschenk und meine Praxis war es, mich zu öffnen und mir als Mama mehr Raum zu eröffnen. So erlebte ich den Raum – auf Sanskrit „akasha“ - in meiner dritten Schwangerschaft als zentrales Element.

Die Schwangerschaft und die Geburt meiner Tochter waren so besonders und intensiv und lustvoll, dass ich es jeder Frau wünsche, dies erleben zu dürfen.

Im Bewusstsein, dass meine Gemütszustände automatisch von den Kindern bemerkt und auch kopiert werden, macht es keinen Sinn sich zu verstellen, sondern ganz offen zu sein.

Es ist gut, wie es ist, und muss nicht alles gleichzeitig gehen.

Mir wurde bewusst, dass es gut ist, wie es ist, und nicht immer alles gleichzeitig gehen muss. Kann es auch gar nicht! Es ist besonders und so wie es jetzt ist, wird es nie wieder sein.

Diese stetigen Veränderungen sind unglaublich lehrreich und ich übe mich immer wieder darin, einfach nur innezuhalten, genau für diese Momente.

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Meine Tipps für Yoga-Mamas, um mit Deiner Praxis in Verbindung zu bleiben

Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast bis hier zu lesen. Tatsächlich ist das Mama-Sein ein unglaubliches Geschenk, allerdings dürfen wir nicht vergessen: Wir bleiben auch Frau und dürfen uns gegenseitig daran erinnern, nicht auszubrennen.

Das Mama-Sein lädt uns ein, täglich zu üben, uns Raum zu schaffen. Regelmäßigkeit, Struktur und Wertschätzung helfen uns dabei.

Daher hier noch ein paar persönliche Tipps:

  • Dein Morgenritual mit heißem Wasser oder Kaffee und dazu keine Social Media Kanäle oder Mails checken, sondern einfach nur sitzen und sein.
  • Gleich in der Früh in den Himmel schauen und die Wolken vorbeiziehen lassen.
  • Loslassen: Der bzw. die Partner:in oder eine andere Vertrauensperson übernimmt in dieser Zeit
  • Verwende Aromaöle und lass Dich und Deine Kinder daran riechen und nähre Deine Sinne.
  • Sing Mantras oder andere Lieder. Singen öffnet unser Herz! Während wir singen, können wir uns keine Sorgen oder Pläne durch den Kopf gehen lassen.
  • Zu bestimmten Zeiten üben, wenn die Kinder schlafen (auch wenn sie noch nicht schlafen). Und lass Deine Familie wissen, dass Du diesen Rückzug immer wieder brauchst.
  • Mit den Kindern üben - und mehrere Matten ausrollen, dann hat jede Yogini und jeder Yogi eine Ausweichstation.
  • Schreibe nieder, was Dir am Herzen liegt. Und wisse beim Schreiben: Du tust es nur für Dich und es muss niemandem gefallen.
  • Gewohnheiten loslassen. Routine genießen heißt nicht, sich manchmal nicht einfach treiben zu lassen.

Was ich Dir mitgeben möchte

Die Yogapraxis mit meinen drei Kindern lebt und nährt mich, meine Praxis und die meines Unterrichts.  Ich bin unendlich dankbar für alle diese Erfahrungen, meine wunderbare Familie und ich  teile diese Erkenntnisse unbeschreiblich gerne!

Wenn Du etwas aus diesem Text mitnehmen möchtest, dann: Aller guten Dinge sind drei!

  1. Mach Dich zur Priorität - Happy Mama, happy Baby!
  2. Ersetze manche Deiner Gewohnheiten durch neue Ideen. 
  3. Starte jeden Tag mit einer kleinen neuen Routine, Deinem persönlichen Morgenritual.

 

JAI MA - Ein Danke an die Mutter Erde für einfach alles!

 

Alle Bilder sind © Julia Rakus.

Yoga-Videos für Mama und Baby

Unser Tipp: Es gibt tolle Videos für Mama-Baby-Yoga von Julia Rakus. Klicke einfach auf “Alle Videos” und gib “Baby” in die Suchleiste ein. Oder scrolle auf dieser Seite etwas weiter herunter, um unsere Vorschläge zu finden. Wir wünschen dir viel Freude beim Üben!

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Dr. Julia Rakus

Auf YogaMeHome deckt Julie als Ärztin und Yogalehrerin die Bereiche Yoga für Schwangere, Mama&Baby –Yoga und therapeutisches Yoga ab. Wenn Du also bestimmte körperliche Beschwerden los werden möchtest oder Dich als Mama auf Yoga einlassen möchtest, dann bist du bei Julie ganz richtig aufgehoben. Für alle anderen unterrichtet sie ihre beliebten Yoga Flow Stunden auf YogaMeHome.

Persönlich kannst Du sie in Ihrem Yogastudio in Wien antreffen: Feelgoodstudio

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Kommentare

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Dani

Vielen lieben Dank für diesen inspirierenden & einfach wunderschönen Beitrag! :)

Verfasst am 13.10.2020 um 19:58

Nina

Happy Mama-happy Baby (Kids) , soooo wahr.
Sehr schöner Artikel. Danke dafür.

Und allen Mamas viel Freude beim Yoga üben auf oder außerhalb der Matte❤️❤️

Verfasst am 20.10.2020 um 09:11

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