Ayurveda im Herbst: Tipps für deine Gesundheit
von Rita Longin in Gesundheit

Die Herbst-Zeit ist laut dem Ayurveda von Vata und auch Pitta geprägt. Damit unser Immunsystem stark bleibt und wir gesund und munter durch den Herbst gelangen, wollen wir diese beiden Doshas in Balace halten. Wie das im Alltag gelingt, erfährst du hier.

Der Herbst ist die Zeit der Ernte. Wir finden eine große Auswahl an Obst und Gemüse aus Garten und Feld. Wettermäßig beschert uns die goldene Jahreszeit ausreichend milde, angenehme Sonnentage, aber auch schon erste Kälteeinbrüche und windige Tage.

Jetzt ist erst das Pitta- und später das Vata-Dosha besonders dominant. Deshalb möchte ich dir zeigen, wie du die Doshas ausgleichen kannst, um gesund durch den Herbst zu gehen.

Frühherbst ist Pitta-Zeit

Der Herbst ist eine Übergangszeit. Ayurvedisch betrachtet ist der frühe Herbst eine Zeit, in der sich bei den meisten von uns noch vom Sommer angestautes Pitta bemerkbar macht.

Das Pitta-Dosha ist das Feuer-Dosha des Ayurveda. Hat sich zu viel Pitta und somit Hitze angesammelt, kann es besonders im frühen Herbst zu Beschwerden wie Sodbrennen, Entzündungen, Migräne, starkem Hunger- und Durstgefühl, aber auch zu übertriebener Gereiztheit kommen.

Wie du zu viel Pitta ausgleichen kannst

Der frühe Herbst ist mit seinem milden Klima noch eine gute Zeit zum Reinigen und Detoxen. Es bietet sich daher bei Pitta-Überschuss an, mit basenreicher Kost, viel saisonalem Gemüse und säurearmem Obst auszugleichen. Grünes Gemüse wie Zucchini, Brokkoli, Fisolen (grüne Bohnen, für alle Deutschen) und Gurken eignet sich dafür hervorragend.  Auch bittere und herbe Geschmacksrichtungen wirken wunderbar pitta-ausgleichend und finden sich in grünem Blattgemüse (Mangold, Spinat), bitteren Salaten (Chicoree, Radicchio) und Kräutern wie Salbei, frischem Koriander oder Minze.

Saures wie Tomaten (v.a. in konzentrierter Form), Zitrusfrüchte, Essig und Alkohol verstärken hingegen Pitta und sollten – ebenso wie zu viel Salz und Scharfes wie z.B. Chili oder Pfeffer – bei hohem Pitta nur in geringen Mengen im Speiseplan vorkommen.

Mehr Tipps, wie du Pitta reduzieren kannst, findest du hier: Mit Ayurveda gesund durch den Sommer

Pitta reduzieren mit Yoga

Der Herbst ist auch eine gute Zeit, um nach den Ferien wieder Routine in die eigene Yogapraxis zu bringen. Bei angesammeltem Pitta fühlen wir uns oft gereizt,  genervt und sind ständig am Tun. Daher profitieren wir besonders von einer entspannenden, stressabbauenden Yoga-Praxis. Vorwärtsbeugen und ein langes Savasana wirken in diesem Fall besonders beruhigend.

Wir haben für dich die passende Yoga-Sequenz, um angestautes Pitta auszugleichen.

Hier geht's zum Video "Bring Pitta in Balance".

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Spätherbst ist Vata-Zeit

Zunehmend bringen die Herbstwinde jedoch mehr Luftigkeit und Bewegung in die Natur. Bunte Blätter fallen von den Bäumen und das ayurvedische Element Raum nimmt zu. Dies erhöht im späteren Herbst das Vata-Dosha.

Die Hitze des Pitta-Dosha gerät mehr in den Hintergrund. Je kälter, windiger und trockener es wird, desto mehr steht das Vata-Dosha im Vordergrund. Es ist geprägt von Bewegung und bringt die Eigenschaften trocken, leicht, subtil, kalt und rau mit sich.

Vata reduzieren: Das kannst du tun

Die richtige Ernährung

Saftige, nährende, warme und leicht verdauliche Speisen tun jetzt bei kaltem und windigem Wetter besonders gut und stärken unsere Abwehrkräfte. Süße Früchte – gedämpft, gedünstet oder als Kompott zubereitet – nähren uns besonders. Favoriten sind Birnen, Äpfel, Quitten, Trauben oder Zwetschgen. Wurzelgemüse hat laut Ayurveda eine erdende und stabilisierende Qualität und eignet sich daher sehr gut, wenn Vata aus den Fugen geraten ist. Eine wunderbar warme Suppe oder ein Eintopf sind eine tolle Möglichkeit, Wurzelgemüse wie Karotten, rote Rüben oder Pastinaken in die Ernährung einzubauen.

Rohkost, Trockenes und Kaltes solltest du hingegen vermeiden, da es das Vata-Dosha erhöht.

Ein perfektes Rezept für deine Herbsttage wäre zum Beispiel diese ayurvedische Mandelmilch.

Vata-Tipps für Gesundheit und Lebensstil

  • Halte dich warm

Je kälter und windiger die Tage, desto mehr solltest du darauf achten, dich warmzuhalten. Denn kalte Füße, Zugluft und allgemeines Frieren erhöhen das Vata.

  • Nähre deine Haut mit Ölmassagen

Trockene Heizungsluft lässt Vata noch zusätzlich ansteigen und wir sollten das ausgleichen. Eine Ölmassage nährt und stärkt die Haut. Du kannst dafür Sesamöl nehmen, da es eine wärmende Qualität hat. Alternativ kannst du dich auch für das einheimische Sonnenblumenöl entscheiden.

  • Übe Meditation und Atemübungen

Durch das ansteigende Vata und angesammelte Pitta steigt im Herbst auch die Aktivität im Geist – die bewegte Geistesqualität Rajas führt einerseits zu Tatkraft, kann aber auch zu Ungeduld und Reizbarkeit führen. Wir sind im Herbst eher stressanfällig. Meditation und Atemübungen wie Nadi Sodhana, die ausgleichend wirken, tun daher den ganzen Herbst über besonders gut. Wenn du es ausprobieren möchtest, dann lernst du hier alles Wissenswerte über die Wechselatmung Nadi Shodana.

  • Bewege dich an der frischen Luft

Auch im Herbst haben wir oft das Glück von Sonnenschein und angenehm milden Temperaturen. Nutze diese Tage für einen Spaziergang an der frischen Luft. Das kurbelt deinen Kreislauf an und wirkt Müdigkeit entgegen. Außerdem kannst du hier wunderbar die Veränderung in der Natur beobachten und dich mit ihr verbinden.

  • Gönne dir ausreichend Schlaf

Wenn das Wetter kühler und rauer wird ist ausreichender Schlaf umso wichtiger. Nutze dafür die Kapha-Zeit und gehe vor 22 Uhr schlafen. Achte auch darauf, dass du davor keine aktiven Sachen mehr machst. Fernsehen, ins Handy schauen und weitere aktive Handlungen tragen dazu bei, dass dein Vata wieder angekurbelt wird. Mache dir lieber eine Tasse Tee, höre entspannende Musik oder lies ein Buch, bevor du das Licht ausmachst.

  • Komm' zur Ruhe

Was tut dir gut? Gönne dir eine Massage, verbringe viel Zeit mit deinen Liebsten – es ist okay, wenn es Tage gibt, an denen du einfach mal auf der Couch entspannen möchtest: Entschleunigen ist hier das Zauberwort.

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Rita Longin

Rita Longin ist dipl. Ayurveda-Wohlfühlpraktikerin, Ernährungswissenschafterin und Yogini. Nach vielen Jahren in der „klassischen“ Ernährungswissenschaft hat sie den Ayurveda für sich entdeckt. Rita liebt die Gesundheitsdefinition des Ayurveda: Gesund bist du, wenn du dich vollkommen wohl fühlst und in deiner Kraft bist – nicht nur in Abwesenheit von Krankheit. Sie gibt Kochkurse, Workshops und ayurvedische Anwendungen in und um Wien (Österreich) und bietet auch ayurvedische Online-Ernährungsberatung an. Mehr auf rita-ayurveda.at

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Kommentare

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Christiane

Hallo, toll wie ihr hier einfach und kompakt den Ayurveda erklärt. Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit intensiv damit und bin trotzdem immer wieder dankbar für kleine reminder. Danke!

Verfasst am 21.10.2021 um 09:14

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