Ayurvedisch durch den Winter – Tipps für deine Gesundheit
von Rita Longin in Gesundheit

Der Winter eignet sich aus ayurvedischer Sicht hervorragend, um sich Zeit zu nehmen, sich auszuruhen und zurückzuziehen. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du dich mit der richtigen ayurvedischen Ernährung stärken, wärmen und in Balance bringen kannst.

Die Natur ist auf Rückzug gepolt und schöpft Kraft für die bevorstehende Erneuerung im Frühling. Die Wintertage mit ihren langen, dunklen Abenden bieten sich geradezu an, es bewusst ruhiger angehen zu lassen. Perfekt als Gegenpol zum hektischen Trubel der Weihnachtszeit.

Viele Personen fühlen sich jedoch mit der Dunkelheit und der Schwere des Winters nicht wohl. Je nach der vom Wetter beeinflussten vorherrschenden Dosha-Energie in der Natur und dem in dir überwiegenden Dosha empfindest du den Winter als angenehm oder beschwerlich.

Der frühe Winter ist Vata-Zeit

Vom Spätherbst bis in den frühen Winter (etwa bis Weihnachten) ist laut Ayurveda das Vata-Dosha verstärkt in der Natur zu finden. Vor allem, wenn die Tage von Kälte, Wind und Trockenheit geprägt sind. Die Eigenschaften des Vata sind kalt, beweglich, trocken, rau, leicht und subtil. In dieser Zeit kann es sein, dass du dich durch die Vata-Energie verstärkt irritiert und irgendwie getrieben fühlst. Möglicherweise ist dir häufiger kalt als sonst und du frierst richtig.

Die Lösung: Warm, warm, warm...

Um ein hohes Vata zu reduzieren, hilft Wärme in jeglicher Form: warmes Essen, warme Getränke (warmes bis heißes Wasser und Tee) und Einölen mit warmem Sesamöl. Achte darauf, dass du möglichst alle Mahlzeiten warm isst. Als Frühstück eignet sich z.B. ein warmer Getreidebrei wie Porridge mit Obstkompott oder mitgekochten Trockenfrüchten. In der Winterzeit sind warme, saftige Eintöpfe und Suppen sehr zu empfehlen. Das Verdauungsfeuer Agni ist im frühen Winter (bis etwa Weihnachten/Jahresende) sehr stark.

Deshalb haben wir im Winter mehr Appetit auf deftige Kost und können fette und süße Speisen besser verdauen (was zu den Weihnachtsfeiertagen durchaus hilfreich ist). Um mehr Substanz ins Essen zu bringen, darf es deshalb auch im Winter gerne etwas mehr Fett in Form von Nüssen, Samen oder etwas zusätzlichem, hochwertigem Öl oder Ghee im Essen sein.

Große Mengen Rohkost oder trockene und kalte Speisen wie Müsli, Joghurt, Frühstückscerealien, Knäckebrot und Cracker sind im Winter eher kontraproduktiv, da sie viel Kälte und Trockenheit liefern und Vata zusätzlich erhöhen.

Ideal hingegen sind wärmende Gewürze wie Pfeffer, Zimt und Nelke. Sie kurbeln den Stoffwechsel an und gleichen die Kälte aus. Ingwer ist ein weiteres hervorragendes Gewürz für die Winterzeit. Er wärmt von innen und hält mit seinen Scharfstoffen Krankheitserreger in Zaum.

Routine, Ruhe und Gemütlichkeit

Wie zu Beginn erwähnt, eignet sich die Winterzeit sehr gut für Ruhe und Gemütlichkeit. Besonders in hektischen Zeiten profitierst du sehr davon, wenn du die stabilisierende, erdende Kapha-Zeit abends (18 – 22 Uhr) für Aktivitäten nutzt, die dir gut tun und dich nähren wie z.B. Yogaübungen Zuhause,  Meditation und Atemübungen. Wenn du die Abendzeit für Ruhe nutzt, hilft dir dies nicht nur besser zu schlafen, sondern bringt generell mehr Ruhe in deinen Alltag.

Mit Ayurveda das Immunsystem stärken

Die kalte Jahreszeit bringt einige Herausforderungen vor allem für das Immunsystem mit sich. Hier kennt der Ayurveda unterstützende Kräuterrezepturen:

Chyavanprash  ist wohl eines der bekanntesten und beliebtesten Rasyana (Energiespender) in Indien. Das Kräuter-Fruchtmus gilt dort als eines der wirksamsten Stärkungs- und Verjüngungsmittel. Es soll Stabilität verleihen, vor Auszehrung schützen, Kraft geben und dient zur allgemeinen Unterstützung bei Genesungsprozessen jeglicher Art.  

Es ist ein über lange Zeit eingekochtes Fruchtmus aus Amla-Früchten (die Früchte der indischen Stachelbeere), Ghee, über 40 Kräutern, Gewürzen, Zucker und Honig. Es unterstützt das Immunsystem, die Lunge und die Atemwege. Laut Ayurveda wirkt es verjüngend für Körper und Geist. Chyavanprash kannst du pur (1-2 TL täglich) morgens einnehmen. Du kannst es aber auch in etwas warme Milch oder Mandeldrink einrühren.

Sitophaladi ist eine ayurvedische Gewürzmischung bestehend aus Rohrzucker, Bambus, langem Pfeffer, Kardamom und Zimt. Sie unterstützt das Atemsystem, die Lunge und die Nebenhöhlen in ihrer Funktion. Sitophaladi wird im Ayurveda bei schleimigen Erkältungskrankheiten und Husten eingesetzt und unterstützt generell das Immunsystem. Das ayurvedische Wundermittel kann jeder ganz einfach selbst zusammenstellen. Dazu entweder gemahlene Zutaten verwenden oder alles in eine Gewürzmühle geben und mahlen.

Rezept Sitophaladi

Zutaten:

1 TL Zimt

2 TL Kardamom

4 TL Pippali ( langer, schwarzer Pfeffer)

16 TL Rohrohrzucker oder Sharkara

Das fertig gemischte Pulver kann 1 zu 1 vermischt mit Honig 3x täglich eingenommen werden.

 

Mit diesen kleinen Impulsen wünsche ich dir eine wunderschöne, ruhige, kraftgebende Winterzeit!

 

Deine Rita Longin

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Rita Longin

Rita Longin ist dipl. Ayurveda-Wohlfühlpraktikerin, Ernährungswissenschafterin und Yogini. Nach vielen Jahren in der „klassischen“ Ernährungswissenschaft hat sie den Ayurveda für sich entdeckt. Rita liebt die Gesundheitsdefinition des Ayurveda: Gesund bist du, wenn du dich vollkommen wohl fühlst und in deiner Kraft bist – nicht nur in Abwesenheit von Krankheit. Sie gibt Kochkurse, Workshops und ayurvedische Anwendungen in und um Wien (Österreich) und bietet auch ayurvedische Online-Ernährungsberatung an. Mehr auf rita-ayurveda.at

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